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Depressionen und Essstörungen

http://www.schuckall.de/artikel/depressionenessstoerung.htm

 

Wer sich therapeutisch mit Ess-Störungen auseinandersetzt, hat es in aller Regel auch mit einer mehr oder minder verdeckten Form einer Depression zu tun. Dabei hat die Ess-Störung entweder die Funktion, die Depression zu maskieren, zu unterdrücken oder sie kommt als latentes Symptom gemeinsam mit der essgestörten Symptomatik zum Tragen. Dass die Depression bei einer Ess-Störung direkt im Vordergrund steht, ist der eher seltenere Fall. Sowohl die Depression wie auch die Ess-Störung sind für sich selbst genommen starke autoaggressive Kräfte, die in gewisser Weise synergistisch wirksam sein können. Es muss betont werden, dass es ein außerordentlich schwieriges Unterfangen sein kann, die tatsächliche komplexe seelische Gestimmtheit zu eruieren, in der sich das depressive Element verborgen innerhalb der Symptomatik der Ess-Störung ausdrückt. Gesamt bedeutet dies ein malignes Zusammenspiel, bei dem eine therapeutische Destillation mitunter recht schwierig ist. Gelangt die Depression aktuell in den Vordergrund, äußert sie sich nicht selten in Suizidwünschen, Selbstverletzungen und anderen, zum Teil heftig destruktiven Handlungen, die der Patient an sich und seiner Umgebung vornimmt. Ist dagegen die somatische Komponente fokussiert, wie dies in der Regel bei der typischen Anorexie, bei der Bulimie, bei Binge eating disorder der Fall ist, u.U. auch im bestimmten Fällen von der Adipositas, bedeutet dies für den Therapeuten, sich mit dem Patienten auf die Suche nach den laviert depressiven Anteilen zu machen und diese therapeutisch intensiv zu thematisieren. 

[...]

Laut BOJANOVSKY/STUBBE, stehen bei einer larvierten Depression, die körperliche Missempfindungen im Vordergrund. Das heißt, dass sich die genannten psychischen Empfindungen ersatzweise auf der Körperebene abspielen, was es oft sehr schwierig macht, die Depression als solche zu identifizieren. 

[...]

Einen auf den ersten Blick eher ungewöhnlichen wie häufigen Suchtaspekt im Rahmen eines depressiven Rückzugsgeschehens stellt die Flucht ins Hungern (oder die Selbstverletzung) dar. Den Hintergrund zu diesem Geschehen bildet der Umstand (was wissenschaftlich auch gut belegt ist), dass sich beispielsweise unter extremem Hungern eine fast euphorische zu nennende Gestimmtheit entwickeln kann, bei der alle Sinneskanäle geradezu übergenau zu reagieren pflegen. Farben erscheinen leuchtender, Vögel scheinen nur für einen alleine zu singen oder es kommt zu einer "Leichtigkeit des Seins", die im Normalfall so nicht erlebt werden kann. Darin verbirgt sich möglicherweise der Versuch einer Selbsttherapie gegen die depressive Überschwemmung. 

Schon aus den Heiligen-Geschichten lässt sich erfahren, wie sich konsequentes Fasten auswirkt. Dem Hl. Franziskus wurde zugeschrieben, dass er in solchen Zuständen sogar mit den Vögeln kommuniziert habe. Dass dies nicht nur ein kulturhistorisch auffälliges Phänomen ist, zeigen neuere pharmakologisch-biochemische Studien. So beschreibt HUETHER (Psychiatrische Klinik Uni Göttingen) eine Ähnlichkeit zwischen den psychischen Phänomenen bei längerem Hungern und den Wirkungen der sogenannten Serotoninagonisten. Die Erklärung findet sich in dem Umstand, dass erhebliche Nahrungsrestriktion zu einer Downregulation der Serotonintransportproteine führt und dadurch eine erhöhte Verstärkung serotonerger Aktivitäten zu verzeichnen ist.
Bereits in der Antike beschäftigte man sich mit dem Hunger sowie dessen Beherrschung und den daraus entstehenden Gegebenheiten. In der römischen wie griechischen Medizinliteratur ist dem Thema Hunger ein nicht unwesentlicher Raum zugewiesen. Bekanntermaßen hatte die römische Oberschicht im Kontext ihrer hedonistischen Esskultur erhebliche Folgeprobleme, welche normalerweise zu enormen Übergewicht beigetragen haben würden, und damit dem aktuell erwünschtem Körperideal der Zeit durchaus nicht entsprochen hätten. Denn wie heute war schlank damals "In". Römer wie Griechen verabscheuten die Fettsucht regelrecht, dennoch gehörten Völlerei und der Essens-Exzess zum Lebensgefühl bürgerlichen Lebens.

Beim liegenden Tafeln ergaben sich ausgedehnte Fressanfälle, von denen man sich Erleichterung verschaffen musste (auch unter dem Gesichtspunkt des Körperideals), indem man in eigens dafür bereitgestellte Gefäße erbrach. Die Römer galten als die Erfinder des sogenannten Vomitoriums. Auf der anderen Seite, aber durchaus passend, berichtet TERENTIUS, dass römische Mütter ihre Töchter regelrecht aushungerten und sie dabei fast zu Tode brachten, nur um dem Schönheitsideal zu entsprechen. Nach den Vorstellungen der Zeit entsprachen nur die schlanke Frau, ebenso der athletisch schlank gestaltete Mann dem Ideal. Von HIPPOKRATES ist überliefert, dass er den Spartanern empfahl, ihr potentielles Übergewicht durch extreme Bewegungsübung, bis hin zur Erschöpfung, kombiniert mit starkem Fasten einzudämmen. Im Mittelalter wurde Völlerei zwar einerseits mit Stolz und Wollust gleichgesetzt, und damit zu den Todsüden gezählt, gleichzeitig aber wurde Fettleibigkeit auch wiederum als ein, "Geschenk Gottes" betrachtet. Diese Ambivalenz, lässt sich recht anschaulich am berühmten Weltgericht von STEPHAN LOCHNER beobachten. Dort ist zu entdecken, dass die Dünnen in den Himmel kommen, während die offenbar verdammten Dicken in die Hölle fahren müssen. Wie die Kulturgeschichte zeigt, hat fast jedes Jahrhundert und jede Kultur sich in irgendeiner Weise mit den Ritualen und Phänomenen des Hungerns auseinandergesetzt, dick oder dünn als positiv bzw. negativ konotiert. Verfolgt man diese Betrachtung auf der somato-kulturellen Ebene, so wird rasch klar, dass von allen Primärtrieben der Hunger als der Bedeutendste und Mächtigste erscheinen muss, was von jeher die Angstinhalte der Menschen besetzt hielt. Im Bewusstsein, dass die Macht des Hungers überragend ist, wurde er stets auch mit der Allmacht Gottes in Verbindung gebracht. Schon die Bibel berichtet Geschichten vom Hungern und seinen Auswirkungen auf die Menschheit. Gott bestrafte ganze Völker durch Verhungern, was die Menschen veranlasste, verzweifelt nach Gründen hierfür zu suchen, nach ihren Frevel gegen Gott und den Gründen für diese brutale Sanktionen zu fanden. Um wiederum Gott zu besänftigen, wurden in fast allen Kulturen Unterwerfungsrituale eingeführt und praktiziert, die im engeren wie weiteren Sinne mit Nahrung und Nahrungsaufnahme zu tun hatten. So wurden Gaben in Form von Speisen, stets die Besten, an Gott bzw. die Götter geopfert.

Unser Erntedank-Fest oder das amerikanische Thanksgiving sind noch beredte Ausläufer dieser historischen Hungerbannungsrituale. Angesichts des so willkürlichen Entzugs der geradezu elementarsten Lebensgrundlagen, mit der Folge eines realen oder auch nur potentiellen Verhungerns-Müssens, ist es verständlich, dass dies mit Gefühlen von Wut, Hass und Resignation verbunden war. Mangelndes Nahrungsangebot stellte von jeher einen wesentlichen Kriegsgrund dar. Da es offensichtlich so ist, dass Nahrung und Essen unser Leben kontrolliert, was wie schon betont, in der Rezeption der Menschen immer auch als extrem beängstigend wahrgenommen wurde, liegt es gar nicht fern, dass immer wieder versucht wurde, die Macht über diese "göttliche Kontrolle" zu erlangen.

Ein ritualisierter Widerstand gegen diese "göttliche Macht" zeigte sich im Versuch, das zwingende Hungergefühl bewusst und selbst-kontrolliert zu beherrschen. In diesem Gefühl konnten sich die Menschen einerseits gegen die Ohnmacht und die Unterwerfung durch Gott auflehnen, sich gleichzeitig aber auch der Illusion hingeben, sich im Hungern und Fasten mit Gott zu vereinigen, ihm und seiner Macht nahe zu sein. Für das Verständnis der Ess-Störungen ist es nicht unerheblich, dass es ein bedeutsames kulturelles Vermächtnis gibt,- quasi als kollektiv unbewusste Überlieferung, - dessen inneres Konzept verfügt, den Hunger kontrollieren zu können und zu müssen, worin die Gottesnähe und damit Macht liege. Das gefühlsmäßige Korrelat hierzu ist das unbedingte und überlegene Autonomiegefühl gegenüber den Anderen, welches unbewußt die Gottesnähe zu verkörpern scheint (autonom ist ja nur Gott).

[...]

Wie oben schon erwähnt, existiert bei Ess-Störungen eine auffällige Nähe zu Suchtkrankheiten. So besteht bei der Ess-Störung sowohl eine Sucht nach Essen wie auch eine Sucht nach Erbrechen, verbunden mit übertriebener Kontrolle des Hungergefühls bzw. einer Ausblendung dieses wichtigen physiologischen Phänomens. Zum Kernwesen der Ess-Störung gehört schlichtweg immer die Beherrschung des Hungergefühls, das allerdings seine kulturell-ritualisierten bzw. religiösen Bezug verloren zu haben scheint. Wenn man jedoch die geradezu inbrünstige Versessenheit und den selbstquälerischen Fanatismus sieht, mit dem Essgestörte ihre Krankheit erleben und gestalten, liegt die Vermutung einer parareligiösen Transformation im Sinne des kollektiven Unbewussten wie JUNG es verstanden haben wollte, nicht fern. 

[...]

Wenn Magersüchtige an Gewicht zunehmen, reagieren sie zunächst fast regelmäßig mit einer Depression. Sie verspüren in sich tiefe Verlustängste, und die somatisch-positiven Veränderungen erleben sie als Zeichen eines absoluten Kontrollverlustes. Erhalten Magersüchtige hier keine therapeutische Unterstützung kann sich die Depression konkret manifestieren und als schwer symptomatisches Krankheitsbild hinzutreten. Ansonsten ist die Depression fast immer ein Übergangssyndrom von der Magersucht in Richtung Gewichtszunahme zu verstehen. Die Ängste und Depression entspannen sich aber unter therapeutischer Betreuung, unter der Voraussetzung, dass der Patient konsequent wie freiwillig diesen Übergangszustand durchzustehen bereit ist. Wie oben schon bei der sogenannten lavierten Depression angedeutet, sind Zeitgefühl -und erleben bemerkenswert gestört und müssen therapeutisch diagnostiziert und beachtet werden. 

[...]

Denn dieses Gefühl der Instabilität und Leere füllen die Patientinnen mit Fressattacken, die den Teufelskreis aus Hungern, Schuld und Angstgefühlen wieder in Gang bringen. Je länger die Krankheit andauert, desto mehr kann sich ein Verfangen in bizarrem Denken und Verhaltensformen manifestieren und den Rückweg aus der Isolation erschweren. 

Die Familie bzw. familiär unausgesprochene Probleme bilden häufig den Hintergrund für die Entstehung der Ess-Störung. Schafft ein magersüchtiger Patient hingegen eine eigenständige Ablösung weg von den die Krankheit begünstigenden und nicht selten sehr malignen Familienverwicklungen und den Schritt zum Erwachsenwerden, fallen mit dem Zusammenbruch des rigide zusammenhaltenden Familiensystems, häufig andere Familienmitglieder in Depression. Meist werden die Mütter depressiv und die verdeckt gehaltenen (durch Fokussierung auf die Ess-Störung) systemischen Probleme treten zutage. A n o r e x i e kann sich auch als lediglich vermeintliche Verbesserung in eine Bulimie transformieren, vor allem, wenn die Betroffenen Zwangsmethoden unterworfen wurden, in denen zu rigide und ohne deren freiwilligen Mitwirkung über ihr Essverhalten entschieden wurde. Denn gerade im Essverhalten konnte oft ein Mittel zur inneren Autonomie entwickelt werden.

Dieser Wechsel in die Bulimie erfordert eine erneute Strategie. Hierzu BRUCH:"In der Bulimie können die Betroffenen ihre Autonomie erneut bewahren, mit dem Verhängnis, dass sie als rein vom Gewicht her als gebessert vom Krankenhaus entlassen wurden, aber in Wahrheit depressiv, und sogar suizidal wurden."

Im Gegensatz zu Magersüchtigen sind Bulimiker nach außen hin ausgesprochen angepasst und unauffällig. Sie wirken normalgewichtig und scheinen aktiv am sozialen Leben teilzunehmen und keine Probleme zu haben, was aber ein Trugbild ist. Bulimiker gelten als Meister des Doppellebens. Oft gelingt es ihnen, ihre Ess-Störung jahrelang unter Verschluss zuhalten, sodass selbst Menschen, die mit Bulimikern in einer Wohnung zusammen leben manchmal nichts von dem Geschehen und ihrer Not bemerken. Bulimiker leiden häufig unter starken Depressionen, sowie Scham- u. Schuldgefühlen, die sie genauso wie die Fressanfälle sorgsam vor der Umwelt verbergen müssen. Die Depression steht bei dieser Ess-Störung öfters stark im Vordergrund und ist häufiger mit Suizidgedanken gepaart. 

[...]

Auch treten typischerweise die meisten Fressanfälle bei Konflikten, z.B. auch bei Depression auf, nicht selten gepaart mit einem Gefühl der Desorganisation. Es kommt ihnen die Funktion zu, diese unangenehmen Gefühle zu zerstreuen. Hierzu führt BRUCH aus: "Überessen und Übergewicht wirken sich bei einer fragwürdigen Gesamtanpassung stabilisierend aus und können sogar schwere Depressionen so lange aufhalten, wie das Übergewicht bestehen bleibt.". Adipöse können daher nicht nur unter Diät in schwere Depressionen fallen, schon bei einem echtem Appetitverlusts kann es zu ernster depressiver Verstimmung kommen. 

[...]

 

 

1.8.10 12:52


Warum sind wir nicht unsterblich?

Prinzipiell ist Unsterblichkeit nicht unmöglich. Experten sind sich sicher, dass das Leben des Menschen, etwa durch genetische Manipulation, zumindest verlängert werden könnte. Bei vielen Tieren ist das schon gelungen. Der erste Beweis, dass die Lebenszeit veränderbar ist, gelang dem amerikanischen Altersforscher Michael Rose 1991: Er züchtete extrem langlebige Fliegen und bewies damit, dass die Alterung zum Teil genetisch gesteuert ist. Das war der Startschuss für die genetische Altersforschung. Seither haben die Genetiker einen ganzen Zoo von Methusalemtieren gezüchtet, etwa Mäuse, die bis zu 26 Prozent länger leben als ihre Artgenossen.

Es gibt auch eine alltagstaugliche, jedoch rabiate Methode: Tierexperimente zeigen, dass eine dauernde Mangeldiät das Leben verlängert – vermutlich, weil der Stoff-wechsel heruntergefahren wird und der sogenannte oxidative Stress im Organismus abnimmt. Zweifelhaft ist aber, ob das auch bei Menschen funktioniert. Ob man 100 Jahre hungern will, um 100 zu werden, ist eine andere Frage.

Auch ohne solche Qualen ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in den vergangenen 170 Jahren um 40 Jahre gestiegen: in jeder Dekade gleichmäßig um 2,5 Jahre. Gründe dafür waren etwa die Fortschritte in Medizin und Hygiene.

Trotzdem ist noch immer rätselhaft, wie die Uhr im Körper genau tickt, wie Gene und Umwelt zusammenwirken und uns altern lassen. Warum manche Fliegen binnen weniger Stunden verenden, manche Menschen bis zu 120 Jahre in Gesundheit leben und kalifornische Sequoia-Bäume 4000 Jahre dem Tod trotzen, bleibt vorerst ein Geheimnis.

Einen wichtigen Grund aber gibt es, warum wir sterben müssen: die Evolution. Sie braucht den Tod, und ohne sie würden wir nicht existieren. Weil Individuen unterschiedlich sind, funktionierten manche besser und können sich häufig fortpflanzen, während andere benachteiligt sind und sterben, ohne ihre Gene weiterzugeben. Dabei entstehen neue Arten. Gäbe es dieses Gesetz der Evolution nicht, wären nie Menschen entstanden, die sich fragen: Warum sind wir nicht unsterblich?

Quelle
16.8.10 11:47





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