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Sport und Diät - eine gefährliche Kombination

Entgegen landläufiger Meinung halten die Neurologen Cecilia Bergh und Per Södersten vom schwedischen Karolinska Institut die Magersucht nicht für eine psychisch, sondern durch die Gehirnchemie bedingte Krankheit. Sie finden die übliche psychiatrische Definition der Magersucht unbrauchbar: Weder das Kriterium "Angst vor der Gewichtszunahme" noch die "gestörte Körperwahrnehmung" würde von allen Magersüchtigen erfüllt. Auch seien der Gewichtsverlust und das Ausbleiben der Monatsregel keine sinnvollen Diagnosekriterien, da sie als Folge der niedrigen Nahrungszufuhr auftreten. Die Autoren halten sich deshalb lieber an die zwei hervorstechendsten und typischen Merkmale der Anorexie: Das Hungern und die stark gesteigerte körperliche Aktivität.

Wie gefährlich Diäten in Verbindung mit Sport sein können, haben Tierversuche gezeigt: Erhalten weibliche Ratten freien Zugang zu einem Laufrad und Futter, so bleibt ihr Körpergewicht konstant. Auch wenn sie nur noch eine Stunde am Tag Gelegenheit zum Fressen haben, bekommen die Rattendamen keine Gewichtsprobleme - vorausgesetzt, sie haben kein Laufrad in ihrem Käfig. Lässt man sie nur eine Stunde fressen, gibt ihnen jedoch die Möglichkeit zu laufen, dann geschieht etwas ganz Seltsames: Die Ratten rennen, ohne ausreichend zu fressen und magern schnell ab. Noch verblüffender ist, dass sie ihr "Training" umso stärker steigern, je mehr sie an Gewicht verlieren. Die meisten Tiere übertreiben es dermaßen, dass sie nach kurzer Zeit sterben. Sie zeigen also im Extrem das gleiche Verhalten wie süchtige Menschen: Irgend etwas bringt sie dazu, ihre "Gewohnheiten" auch dann beizubehalten, wenn sie ihren Körper und ihre Gesundheit zerstören.

Bergh und Södersten machen dafür die Botenstoffe im Gehirn verantwortlich, z.B. das Dopamin. Ähnlich wie Serotonin und Endorphine kann Dopamin das Wohlbefinden erhöhen. Es gehört zu unserem körpereigenen Belohnungssystem, mit dem sichergestellt wird, dass sinnvolle und lebenserhaltende Handlungen beibehalten werden. Es kann aber auch mit nicht sinnvollen Handlungen verknüpft sein und ein Verlangen nach "mehr" auslösen. Aber der Reihe nach: Hungern und körperlicher Stress bewirken eine erhöhte Ausschüttung eines Hormons (CRF) im Hypothalamus. Der Hypothalamus ist der entwicklungsgeschichtlich sehr alte Teil unseres Gehirns, der für die Regulation lebenserhaltender "Triebe" verantwortlich ist: Essen, Trinken, die Lust auf Sex, Atmen, Blutdruck, Körpertemperatur, alles das wird mit Hilfe verschiedener Hormone von hier aus geregelt. Das vom Hypothalamus ausgeschüttete Hormon CRF veranlasst die Nebennierenrinde, ebenfalls mehr Hormone zu produzieren (Glucocorticoide, zu denen auch das Cortisol gehört). Das bewirkt zweierlei: CRF unterdrückt den Hunger, während die Hormone der Nebennierenrinde Euphorien auslösen können.

Tatsächlich ergaben Untersuchungen an Magersüchtigen erhöhte CRF-Spiegel im Gehirn und hohe Cortisolwerte im Blut. Seit 25 Jahren ist zudem bekannt, dass Nahrungsverzicht und Gewichtsverlust bei hungernden Frauen Wohlbefinden auslösen. Mit anderen Worten: Sind Hunger und Sport erst einmal mit angenehmen Empfindungen gekoppelt, kann es zur Sucht kommen. Die schwedischen Forscher wundert es deshalb nicht, "dass das Risiko, sich selbst auszuhungern bei weiblichen Spitzensportlern deutlich erhöht ist".

Keine Frage, Sport ist gesund und gerade das Laufen bietet eine Reihe von Vorteilen. Auch die angenehmen Gefühle, die sich einstellen, sobald man sich so richtig ausgepowert hat, sind normal und gesund. Die Endorphine und all die anderen "Glückshormone", die unser Körper herstellt, erfüllen wichtige Aufgaben für das reibungslose Funktionieren des Stoffwechsels. Wir können von Glück sagen, dass wir sie haben. Sonst gäbe es womöglich nur noch Einzelkinder auf der Welt: Ohne Endorphine wären die Schmerzen einer Geburt wohl kaum auszuhalten - und wer würde sich so etwas ein zweites Mal antun, gäbe es nicht das kleine "high" aus der faszinierenden Chemiefabrik unseres Körpers. Gefährlich wird es erst, wenn wir von diesen Glücksgefühlen abhängig werden. Und so wie es aussieht, scheint ein extrem schlankes und auch ein extrem sportliches Körperideal dieser Abhängigkeit Vorschub zu leisten. Wer an nichts anderes mehr denken kann als ans Training, wessen ganzer Lebensinhalt dem Schlanksein gilt und wer merkt, dass soziale Kontakte immer unwichtiger werden, sollte sich schleunigst Hilfe suchen.

Quelle

31.3.10 01:04


Bulimie

Reingewürgt, dann ausgekotzt
Fressen oder ganz verweigern
Gesellschaft boxt dir in den Magen
,,Den Brechreiz kann man noch steigern!"

Trichter in den Mund geschoben
Eimerweise rein damit!
Tritt von hinten, nach vorn gestoßen
Tortur zum ,,ordnungsgemäßen Schnitt"

Alle wollen es, zu viele tun es
Folgt dem Mediendiktat
Gehst du irgendwann daran zu Grunde
Die Liste ist lang, du hast versagt

Essen, Fressen, Runterschlingen
Kiloweise und noch mehr
Endorphine durchströmen den Körper
Machen ihn glücklich, und dich leer

Mehr noch, mehr noch, rein damit
Bevor das Glücksgefühl entschwindet
Aber irgendwann ist leider Schluss
Und Schuld dich jedes Mal noch findet

Wie sie dich beutelt, schlägt und würgt
Die Augen beginnen dir zu brennen
Wirst einsichtig, ein braves Kind!
Beginnst die volle Schuld anzuerkennen

,,Du ekliges ETWAS, dich selbst anwidernd!
Hast du endlich begriffen, dass dich keiner so will?
Achja? Du hast vor es nun zu ändern?
Dann hör auf zu jammern, tu was und sei still!"

Das selbe Theater bis 6 Mal am Tag
Und jedes Mal fällst du darauf rein
Kannst oder willst du es nicht begreifen?
Mit dieser Antwort bleibst du allein

,,Fett und unansehnlich bist du!
Deine Art ist ausgestorben!!!
Rank und schlank hast du zu sein...
Hab ich dir den Appetit verdorben?"

Nein, so kann es nicht weitergehen
Leise ins nächste Bad geschlichen
Letzter Kontrollblick, Tür geschlossen
Und schon ist ne halbe Stunde verstrichen

Da stehst du nun mit fahlem Gesicht
Dein ganzer Körper zittert wie wild
Dein Hals kratzt schrecklich, das nimmst du in Kauf
Denn dein schlechtes Gewissen ist gestillt

Kommst aus dem Klo als sei nichts gewesen
Lächelst unschuldig, atmest auf
Keiner fragt, wo du bloß warst
Man riecht es, doch keiner reagiert darauf

,,Siehst toll aus im Gegensatz zu früher!"
Soll das wirklich als Kompliment gelten?
Sind die Menschen denn wirklich so blind?
Wer waren sie, die diese Regeln aufstellten?

Ist es gutzuheißen, bei diesem hohen Preis?
Wo nicht alles, sondern LEBEN auf dem Spiele steht?
Ging's nach unsrer Gesellschaft, ohne weiteres
Macht doch nichts, wenn einer zu Grunde geht....

 

Quelle

31.3.10 01:29





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